Österreichischer Prachtbecherling – April 2025

Österreichischer Prachtbecherling

Sarcoscypha austriaca

austriaca =: österreichisch

Englisch: scarlet elfcup

Allgemeines

Der Österreichische Prachtbecherling ist auf am Boden liegenden Laubholzästen zu finden. Er zählt, wie andere Becherlinge auch, zu den Schlauchpilzen und seine Fruchtschicht liegt im Inneren des Bechers.

Schon im Spätherbst werden klitzekleine Fruchtkörper ausgebildet, diese überwintern, um dann nach der Schneeschmelze von Januar bis April zu 1 – 6 cm großen Fruchtkörpern heranzuwachsen. Er ist standorttreu, wenn das Biotop nicht zerstört wird. Seinen Namen hat er von seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Der Pilz kommt im Alpenraum häufiger vor, hier ist er dagegen seltener und wird in der Roten Liste 3 geführt

Vorkommen

  • Nach der Schneeschmelze, Januar bis April
  • An krautigen Stellen neben Bachläufen
  • Auf herumliegenden Laubholzästen, häufig auf Grauerle, Weide, Bergahorn, Robinie und Esche.
  • Folgezersetzer (Weißfäuleauslöser)

Typische Erkennungsmerkmale

  1. Becherförmig bis Kelchförmig
  2. Innenseite (Fruchtschicht) leuchtend rot
  3. Außenseite heller und filzig
(Phaeolepiota aurea) Glimmerschüppling

Foto: Silvia Bosch

Makroskopische Merkmale

 

Phaeolepiota aurea

Fruchtkörper: 1-6 cm groß, Kelch oder Schüsselförmig, Innenseite (Fruchtschicht) leuchtend scharlachrot, Außenseite filzig, haarig, rosa, orange bis weiß, je nach Feuchtigkeit. Etwas runzelig.
Stiel: meist vorhanden, 2- 4 cm lang, hell wie Außenseite.
Fleisch: wachsartig, brüchig, dünn
Geruch: unbedeutend
Sporen: farblos

Fotos: Silvia Bosch

Mikroskopische Merkmale

 

Sporen 26-40 x 12-15µ, langelliptisch, zylindrisch, an den Polen eingedellt, teilw. mit Schleimkappen an den Polen. Lebende reife Sporen enthalten immer zahlreiche winzigen Tropfen (1,5 – 3 µ).

Asci: inamyloid

Paraphysen: schmal filiform, in deren roten Tröpfchen befinden sich Carotinoide. Diese reagieren mit Melzer und werden dunkelgrün.

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Sporen

Sporen – Foto: Volker Draxler

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Sporen

Sporen – Zeichnung: Hanna Maser

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Paraphysen

Querschnitt durch das Hymenium (Fruchtschicht) – Foto: Volker Draxler

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Asci & Paraphysen

Asci & Paraphysen – Foto: Silvia Bosch

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Asci & Paraphysen

Asci und Paraphysen – Zeichnung: Hanna Maser

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Korkenzieher ähnliche Haare an Becherrand
Haare am Becherrand und an der Außenseite korkenzieherartig – Foto: Volker Draxler

Keimverhalten der Ascosporen: Auf gängigen Agarmedien keimen die Ascosporen und bilden Keimschläuche, die ein reichhaltiges Myzel hervorbringen.

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Konidien an Spore
Konidien an Spore Foto: Silvia Bosch

Verwertbarkeit

Kelchbecherlinge sind theoretisch essbar, schmecken aber nicht besonders gut. Sie sehen schön aus, sollten aber wegen ihrer Seltenheit an Ort und Stelle gelassen werden.

Verwechslungen 

Der Scharlachroter Kelchbecherling (S.coccinea) an Buche und der Linden-Kelchbecherling  (S. jurana) an Linde sehen makroskopisch dem hier beschriebenen Österreichischen Kelchbecherling sehr ähnlich. Sie können nur mikroskopisch sicher unterschieden werden.
(siehe auch Pilz des Monats März 2011
https://www.pilzfreun.de/2011/03/kelchbecherlinge-marz-2011/ )

Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) - Nach Zugabe von Baralscher Lsg

Verfärbung mit Baralscher Lösung – der rote Farbstoff in den Paraphysen wird grün, Foto: Claudia Görke

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